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Meine Erfahrungen in der Asklepios Klinik Nord (Ochsenzoll)

Hallo liebe Besucherin, Hallo lieber Besucher, heute möchte ich euch über mein Aufenthalt in der Asklepios Klinik Nord (Ochsenzoll) berichten. Erst mal sei gesagt das ich mit Asklepios eine sehr schöne Erfahrung hatte. Ich rede von den Jahren 2011 bis 2013 wo ich mehrere Male in der Asklepios Klinik Harburg war. Mein erster Besuch in der Asklepios Klinik Nord (Ochsenzoll) war in Oktober 2016 wo ich mit richterlichem Beschluss für eine Woche da meine Zeit verbringen musste weil ich mich umbringen wollte. Kurz gesagt: Es fühlte sich dort an als ob ich im Knast einsitzen würde. Die Wände waren Gelb und raus konnte man nur auf einen Innenhof in der Mitte von Haus 5 Wo nicht mal die Sonne rein scheinen konnte weil das Haus 5 einfach viel zu hoch war für sonnen licht. Und auch die par Bäume die man dort gepflanzt hatte sahen nicht wirklich „gesund“ aus. Dieses Jahr bin ich von 20.08.2017 bis zum heutigen Tag (den 04.10.2017) in der Klinik. Ich war allerdings auf einer Offenen Station der O23 (Adoleszenz Station also für Junge Erwachsene) untergebracht. Dazu später mehr.

Warum bin ich in die Klinik gegangen?

Bevor ich jetzt darüber schreibe wie es in dort war und was da so los ist will ich euch erst mal erklären wieso ich überhaupt in die Klinik gegangen bin. Also, mir ging es gar nicht gut. Ich hatte mit schweren Depressionen, Dissoziationen, Flashbacks und Selbstverletzungsdruck zu kämpfen. Irgendwann kamen dann auch noch mal Latente Suizid Gedanken hinzu. Bevor wieder was passiert und ich mit einem Beschluss in die Klinik gekommen wäre entschied ich mich freiwillig in die Klinik zu gehen und mir Hilfe zu suchen. Ein Tag davor wollte ich eigentlich in die Klinik fahren aber habe mich dann doch nicht getraut. In die Klinik zu gehen; einem Ort wo man sich seinen persönlichen Problemen die sehr gravierend sind stellen muss. In der Nacht von Samstag zum Sonntag war ich bei einem sehr guten und auch engen Freund der mir dann halt gegeben hat. Dörte und Stefanie waren auch dabei (Meine beiden Plüsch Delphine). Am nächsten Morgen sind wir dann zu dritt (Ich und meine Plüsch Delphine im Koffer) zur W19 gefahren (Ich habe eine Zigarette geraucht) um uns von den System der Inneren Welt eine Bestätigung zu holen die wir dann auch bekommen haben. Dann ging es von Wartenau mit der U1 weiter Richtung Ochsenzoll. Ich muss schon sagen das es mir ein bissen Peinlich war am Bahnhof Ochsenzoll mit Sack und Pack aus zu steigen. So frei nach dem Motto „Die anderen denken bestimmt ich wäre Verrückt!“ und das bin ich auch! Und ich bin stolz darauf das ich so bin wie ich bin! Am Bahnhof hat mich dann eine Freundin abgeholt die auch in der Klinik war. (Wir kannten uns schon von früher.) Zusammen sind wir dann zur Klinik gefahren und sind dann in die Notaufnahme gegangen.

Die Notaufnahme

Die Aufnahme in die Klinik war an sich sehr einfach. Wir sind ins Haus-5 gegangen wo die PZNA ist. Die PZNA ist die Notaufnahme der Asklepios Nord Psychiatrie. Zuerst muss jeder der sich Aufnahmen lassen will in die Geschlossene. Da kamen mir die blöden Erinnerungen von Oktober des letzten Jahres wieder hoch. Nach dem einlesen meiner Krankenversicherungskarte hatte ich das Aufnahme Gespräch mit einer Psychologin. Ich habe ihr dann von meinen Sorgen und Problemen berichtet. Dann musste ich sage und schreibe 40 Minuten warten bis die Frau Psychologin noch mal raus kam und sagte die Krankenversicherungskarte müsste neu eingelesen werden (Computerprobleme?). Wenigstens konnte ich draußen warten und musste nicht in der Geschlossenen Chillen. Dann hat mich die Psychologin beziehungsweise Ärztin auf die Station begleitet. Ich war jetzt also Patient auf der Station O23. Mir wurde ein Zimmer zugewiesen (Doppelzimmer) und ich habe schon erste Mitpatienten kennen gelernt von denen einige inzwischen nach gefühlten zwei Monaten zu meinen Freunden zählen. Ich bekam wie man es auch aus anderen Kliniken schon kennt eine Mappe mit unterlagen von denen ich einige unterzeichnen musste (Behandlungsvertrag) und die Stationsregeln. Dann wurde mir noch ein Bezugspfleger zugewiesen mit dem ich dann mein erstes Gespräch hatte. In der Zwischenzeit konnte ich mich ein wenig einrichten und meine Sachen auspacken. Hatte eh nicht viel dabei. Meine beiden Delphine und halt eben mein Laptop noch. Damit war ich also jetzt offiziell aufgenommen.

Mein Zimmer auf der O23 in Ochsenzoll

Der Alltag auf in der Klinik.

An sich verbringt man die meiste Zeit entweder mit anderen Mitpatienten oder man langweilt sich halt rum. Klar, der Sinn und Zweck der Klinik ist es ja auch sich mit seinen Problemen also mit sich selbst auseinander zu setzen. Jeden Morgen außer an den Wochenenden musste man um 07:30 Uhr zur Morgenrunde erscheinen. Danach gab es Frühstück. Wen man Morgenmedikation verschreiben bekommt war es gut wen man diese in Dienstzimmer der Pfleger eingenommen hat. Nach der Morgenrunde geht zwar auch noch ist aber dann doch ein bissen spät. Wen man die Morgenrunde verpasste wurde der TEV gestrichen (Zum TEV noch mal später mehr). Bei den Pflegern in Dienstzimmer holt man sich dann die Terminzettel für die Gespräche mit Psychologen und Therapien. So hatte ich jeden Montag die Theatertherapie und Mittwoch und Freitag die Ergotherapie und Mittwochs auch noch die Bewegungstherapie. Die Sozialen Interaktionen finden immer unten in der Raucherzone stad. Man trifft sich auf ein paar Zigaretten oder geht halt über das Gelände spazieren. Am Wochenende hat man (wen Beantragt immer Ausgang der auch nicht gestrichen wird wen man mal die Morgenrunde verschlafen hat. Am Donnerstag wurde dann noch eine sogenannte PVV abgehalten. Bei der Patientenvollversammlung werden die Stationsämter neu vergeben die dann am nächsten Tag gültig werden. Und ansonsten kann man sich noch in der Stationshalle treffen wo Tische und Stühle sind wo sich die Patienten treffen können. Dort kann man auch sein Besuch empfangen. Jeden Dienstag muss man sich dann in den Visitenplan eintragen weil dort die Oberarzt Visite ist. Der Oberarzt von der O23 ist ein bissen komisch aber sehr Net wen man erst mal gelernt hat ihn zu verstehen. Donnerstags ist manchmal noch die Chefarzt Visite. Mit Dr. Dulz habe ich mich aber immer gut verstanden.

Der Therapeutische Exposition Versuch (TEV)

Wen man das Gelände verlassen möchte muss man einen TEV beantragen. Der Ordner ist im Dienstzimmer. Den kann man sich dann mitnehmen und ein Zettel ausfüllen. Wen man keine Morgenrunde verpasst hat wird der TEV auch genehmigt. Man kann dann alleine oder halt mit seinen neuen Freunden und Freundinnen von Station (vorausgesetzt sie haben auch ihren TEV genehmigt bekommen) in die Stad fahren und sonst was machen. Wen man andere Patienten auf einer anderen Station besuchen will dann braucht man aber keinen TEV weil man ja das Gelände nicht verlassen muss.

Die Therapie

Auf der Station O23 ist die Therapie erst mal durch ein wenig Tagesstruktur gegeben. Also Morgenrunde, Abendrunde (Donnerstag und Sonntag) und die Stationsämter. Ich hatte mindestens einmal pro Woche ein Gespräch mit einer Psychologin. Und ein Gespräch mit meinem Bezugspfleger (PN Gespräch) so dass ich immer über meine Probleme reden konnte. Bewegungstherapie fand ich nicht so gut weil da macht man einfach nur Sport und ich mag Sport nicht. Aber jeder hat ja seine eigene Meinung. Die Ergotherapie gefiel mir aber doch sehr. Malen und basteln also Kreativität ist er so mein Ding. Weil ich sehe mich selbst eigentlich doch als sehr Kreativen Mensch. Auch weil ich als Informatiker immer quer denken muss um ein spezifisches Problem sehr effizient zu lösen. Wen man am Computer gut sein will muss man einfach Kreativ sein.

Die Station (O23)

Wofür ist diese Station?

Die Station O23 ist eine Adoleszenz Station. Das bedeutet diese Station ist für Junge Erwachsene (Bis 30) und dient den Übergang zwischen der Kinder Jugend Psychiatrie (Wilhelmstift, UKE und AK-Harburg) zu der Erwachsenen Psychiatrie. Das bedeutet also die O23 ist noch etwas „Kindlich“ gestaltet und ist auch etwas Lockerer aber trotzdem herrscht dort die nötige Disziplin (Stationsregeln). Auf der O23 werden außerdem noch die sogenannten Trauma Folgestörungen (z.B. PTBS also Posttraumatische Belastungsstörungen) behandelt. Die O23 ist aber dennoch eine Station für Erwachsene und gehört zur Normalen Psychiatrie. Wobei ich sagen muss die O23 ist durchaus vergleichbar mit der G2 oder G3 in der Kinder Jugend Psychiatrie Wilhelmstift (Nur nicht so gemütlich wie im Wilhelmstift).

Über die Station O23

Die Station hat eine Große Halle von der aus die Flure abzweigen. (Norden, Süden, Osten und Westen). Passend zu den Himmelsrichtungen sind dort Bilder an die Wände gemalt. Es gibt zwei Fernseher Räume wo man abends Fernsehen kann oder sich auch mal Filme oder Serien ansehen kann. Es gibt noch ein Kreativ Raum wo man Malen und Basteln kann und einfach nur seine Kreativität ausleben kann (neben der Ergo Therapie) und noch ein Sportraum wo ein Tischkicker und ein Laufrad stehen. Auch hat die Station eine Tischtennis Platte die in die Große Halle geschoben werden kann. Die Meisten Zimmer sind Doppelbett Zimmer aber es gibt auch ein paar Einzelzimmer. In der Großen Halle die zu gleich auch der Aufenthaltsraum ist stehen ein par Tische, Stühle und ein Sofa. Dort hängt auch der einzige W-Lan Access Point wo man aber nur auf Google Seiten gehen kann und für den Rest muss man halt eben Bezahlen (3€ Pro Tag, 7€ für 3 Tage und 15€ für eine Woche). In der Großen Halle ist auch die Tür zum Dienstzimmer der Pfleger wo man immer (abgesehen von den Übergabe Zeiten) jemanden erreichen kann wen man was zu Besprechen hat. Zum Beispiel wen es ein nicht gut geht. Es gibt 2 Badezimmer (Mädchen und Jungen getrennt) und jedes Badezimmer hat par Duschen und eine Badewanne was ich schon sehr cool finde. (Habe Zuhause keine Badewanne).

Die Ärzte und Pfleger

Die Pfleger sind meistens sehr nett und haben immer ein Offenes Ohr für die Probleme der Patienten. Jeder Patient bekommt ein Bezugspfleger (PN) und eine Vertretung wen er nicht da ist (AN). Mit dem Bezugspfleger gibt es immer Termine (einmal pro Woche) wo man über seine Probleme reden kann oder auch über den weiteren Therapie Plan. Einmal pro Woche gibt es ein Gespräch mit der Psychologin und dann gibt es noch die Oberarzt Visite und die Chefarzt Visite (Dienstag Oberarzt und Donnerstag Chef Arzt). Der Oberarzt ist ein bissen komisch aber ich fand ihn (nach den 2.ten Gespräch) doch sehr nett. Oder Chefarzt ist sehr nett und auch verständnisvoll.

Meine Mitpatienten

Ich war ja nicht alleine auf der Station (bissen Ironie muss sein). Ich war dort mit vielen anderen Menschen von denen einige inzwischen zu guten Freunden geworden sind. Klar hat jeder seine eigenen Probleme. Sonst geht man ja nicht in die Klinik. Ich finde es faszinierend wie unterschiedlich die Menschen doch sein können. Auf jeden Fall fand ich es sehr gut das ich nicht immer alleine war, weil in meiner eigenen Wohnung hänge ich nur an meinem Computer und bin alleine von meinen Plüsch Delphinen mal abgesehen. Wobei Dörte Elisabeth Sivert auch in der Klinik fast immer dabei war. Die meisten anderen haben mein Delphin einfach akzeptiert. Sie haben mich so akzeptiert wie ich bin! Und das war ein sehr positives Erlebnis für mich. Klar gab es auch (hauptsächlich einen) andere Leute mit den ich gar nicht klar gekommen bin. Aber auch wenn sich besagte Person wie ein (Entschuldigung für die Wortwahl aber ich bleibe auch auf meiner Homepage so wie ich bin) Arschloch verhält und immer Aggression und Unruhe ausstrahlt hat besagte Person (ich darf leider keine Namen nennen und ich Respektiere die anderen Leute auch) auch seine eigenen Probleme und das hat man einfach zu Respektieren. Ich habe versucht so viel Rücksicht auf die andere zu nehmen wie ich konnte und so habe ich auch viele neue Freunde kennen gelernt.

Früher Erfahrungen mit Asklepios

Ich war das erste Mal 2011 in der Asklepios Klinik Harburg in der Kinder Jugend Psychiatrie und dort hat es mir gar nicht gefallen. Abgesehen davon dass die Pfleger und Ärzte dort sehr gemein waren muss ich dazu sagen das dort auch die anderen Mitpatienten (abgesehen von Luisa mit der ich mich sehr gut verstanden habe und die ich auch mochte) sehr gemein und daneben waren. Auf jeden Fall gefiel ist mir auf der Offenen Station in Ochsenzoll viel besser und auch die Leute waren dort viel Netter. Ich habe es dort das erste Mal Geschafft mich richtig anzuvertrauen und das hat mir auch ein Gefühl der Besserung gegeben. Sprich, ich habe jetzt angefangen an meinen Problemen zu Arbeiten und dass ist mir auch sehr Wichtig. Inzwischen habe ich auch einige gute neue Freunde gefunden die mich nicht ausnutzen so wie gewisse andere Leute wie Hubert aus den Graumannsweg 6 mit dem ich zwar früher sehr gut befreundet war aber inzwischen hat er einfach nur meine Wohnung verwüstet und mich ausgenutzt. Ein wahrer Freund würde denke ich mal so was nie tun.