Meine Erfahrungen mit der Psychiatrie der Schönklinik Hamburg Eilbek

Hallo und Gepriesen sei das Rauhe Haus, ich schreibe heute über die Schönklinik Eilbek weil mir dieser Ort auch sehr wichtig ist. Ich habe dort nicht nur viele neue Freunde gefunden sondern der Ort ist für mich kein Ort der Krise sondern ein Ort der Besserung. Ich weiß das mir in Eilbek geholfen wird. Das ist auch sehr gut so, weil Krisenintervention kann ich überall machen, richtig helfen tun mir da aber doch leider die wenigsten Kliniken.

Ich kenne die Klinik Eilbek schon von viel früher. 2016 war ich das erste Mal hier in Eilbek auf der Psychiatrie. Und davor auch noch mal im selben Jahr auf der Neurologie weil ich eine Hirnblutung aufgrund eines Sturzes im Drogenrausch hatte. Alle Schwestern, Pfleger und Ärzte waren schon damals sehr freundlich und in der Klinik fühlte ich mich gut aufgehoben.

Von der Schönklinik Eilbek habe ich auch zuerst die Diagnose Borderline bekommen. Früher war es immer Asperger Autismus, was ja heute auch Asperger Syndrom heißt. Doch jetzt bin ich mir seid der Borderline Diagnose auch ein bissen klarer geworden was mich selbst Betrifft. Jetzt weiß ich auch was Therapie angeht welchen Weg ich einschlagen sollte, damit ich vielleicht irgendwann mal ein einigermaßen normales Leben führen kann, und mit meiner psychischen Erkrankung umgehen kann.

Die Station 2E

Ich selbst habe von der Schönklinik Eilbek die Diagnose Borderline bekommen. Die Station 2E ist für Menschen mit Borderline und Sucht Erkrankungen. Sucht und Borderline liegen sehr eng bei einander. Ich selbst konsumiere auch Drogen aus diversen Gründen, hauptsächlich weil ich manchmal ohne einfach nicht mehr klar komme. Mein Konsumverhalten würde ich aber als er unproblematisch einstufen. Selbstverletzendes Verhalten und Borderline sehe ich persönlich bei mir als viel Kritischer an, weswegen ich dringend eine DBT machen muss. Und dafür ist die Station 2E ja da. Auf der 2E sind die Mitpatienten genau so ähnlich wie ich. Wir verstehen uns einfach besser, und kommen gut miteinander klar. Ich finde es darum auch Schade das ich auf die 2D gekommen bin und nicht auf die 2E!

Schon damals (also im Jahr 2016) wo ich das erste Mal in die Schönklinik Eilbek in die Psychiatrie aufgenommen wurde gefiel mir die Station 2E am besten. Auch die 3 Jahre später hat sich nichts wirklich geändert. Ich will immer noch auf die 2E. Gut ich gebe zu das ist ein wenig verrückt klingen muss, auf der anderen Seite jedoch bin ich sicherlich nicht verrückter als alle anderen hier in der Klinik. Ich meine jeder ist aus einen guten Grund hier, und jeder hier hat auch seine eigenen Probleme.

Schönklinik Eilbek Station 2E

Meine Zeit vor der Klinik

Ich bin wieder in eine schwere Krise geraten, ich hatte wieder Suizidgedanken und habe mir beim PST-Hamburg Hilfe geholt. Ok, ich habe es zumindest versucht! Das einzige was der PST-Hamburg machen konnte war ein Non Suizid Vertrag aufzusetzen. Dann bin ich, als es bei mir gar nicht mehr Ging zur Wohngruppe Graumannsweg gefahren, das hatte ich dann auf der Homepage auch alles sehr schön genau beschrieben. Ich bin dann mit der Polizei zur psychiatrischen Notaufnahme der Schönklinik Eilbek gebracht worden. Da wurde ein zweiter Non Suizid Vertrag aufgesetzt und ich wurde dann auf die Warteliste gesetzt. Etwa ein und halb Monate später wurde ich vor vier Tagen dann auf die Station 2D aufgenommen. Ich muss sagen ich fühle mich hier auch sehr wohl.

Die Aufnahme

Ich habe mit meiner Betreuerin von PST-Hamburg zusammen bei der Psychiatrischen Ambulanz der Schönklinik Hamburg Eilbek angerufen und mich dort auf die Warteliste setzen lassen, so wie es im Arztbrief geschrieben wurde, und mit der Diensthaben Ärztin zuvor besprochen wurde. Bei der Elektiven Aufnahme über die Warteliste, muss man jeden Freitag zwischen 14 bis 16 Uhr in der Ambulanz der Klinik anrufen und sagen das man noch Interesse hat. Dann bekommt man den Termin der Aufnahme mitgeteilt. So, am Tag der Aufnahme sollte man pünktlich in der Klinik sein. Man meldet sich dann in der Psychiatrischen Ambulanz an und sagt dass man da ist. Dann wird die Krankenversicherungskarte eingelesen. Die Ärzte oder Pfleger begleiten ein dann auf die Station. Dann bekommt man die Eilbek Mappe mit den wichtigsten Infos, wie etwa die Stationsregeln und weitere wichtige Infos. Zuletzt bekommt man eine Wasserflasche, sein Zimmer zugewiesen und den Therapieplan wo drinnen steht wo man alles hin muss und wann.

Die letzten Schritte sind dann noch ein Erstgespräch mit dem behandelnden Arzt und eine Blutabnahme. Dann wird noch eine Urin Kontrolle gemacht. Und als letzter Schritt muss man dann nur noch runter gehen um den Behandlungsvertrag zu unterschreiben. Dort werden dann auch noch weitere Daten hinterlegt. Etwa ob man damit einverstanden ist das die Rezeption Auskunft erteilen darf auf welcher Station man ist. Dann ist man auch ganz offiziell Patient in der Schönklinik Eilbek!

Die Station

Ich bin (leider, ich wäre gerne auf der Station 2E) auf der Station 2D. Es gibt ein Gruppenraum wo die Morgen und Abendrunde abgehalten wird, und dort wird auch das Essen serviert. Mein Zimmer ist auf den ersten Flur der hinten auf einen großen Flur mündet. Dort befindet sich auch der Stützpunkt (auch liebevoll Glaskasten genannt) wo die Pfleger ihr Büro haben.

Die ersten Tage

Die ersten Tage nach der Aufnahme sind für manche vielleicht doch ein bissen schwer. Man muss sich erst mal mit der Klinik vertraut machen und sich an die neuen Strukturen gewöhnen. Man kennt in den ersten Tagen auch noch niemanden auf der Station. In der ersten Zeit ist man vor allem Dingen damit beschäftigt sich Namen zu merken und sich in die soziale Struktur der Station einzufinden. Manchen mang das vielleicht etwas schwer fallen, aber die Mitpatienten auf der Station sind eigentlich alle sehr nett. Natürlich kann man auch nicht immer alle mögen, aber man muss sich damit irgendwie arrangieren. Nach den ersten paar Tagen fühlt man sich dann schon fast wie Zuhause.

Die Therapie

Der Alltag hier in der Klinik ist die Woche über gut durchstrukturiert. Jeder Patient bekommt einen Therapieplan wo markiert ist zu welchen Therapien man wann gehen muss. Der Therapieplan ist vergleichbar mit einem Stundenplan den man früher aus der Schule noch kennt.

Bei der Aufnahme schauen die Ärzte und Psychologen was für mögliche Diagnosen man haben könnte, auf dieser Basis wird dann der Therapieplan entwickelt. Einige Einträge sind mit WL markiert. Das steht für Warteliste. Das bedeutet dass man ein wenig Warten muss. Wenn es so weit ist bekommt man ein Updatezettel am Stützpunkt (Glaskasten) der Station, dann bringt man einfach sein Therapieplan mit und die Pfleger markieren die Änderungen auf den Plan. So weiß man dass man zur neuen Therapie Gruppe hingehen muss.

Der Wahrnehmungsspaziergang

Jeden Morgen geht es auf dem sogenannten Wahrnehmungsspaziergang, dabei gehen wir eigentlich einfach nur spazieren und bekommen die eine oder andere Info über verschiedene Blumen und Pflanzenarten die auf den Weg wachsen. Der tiefere Sinn von Wahrnehmungsspaziergang besteht dabei auf seine Umwelt aber, vor allem Dingen auch auf sich selbst, und auf seine Gedanken und Gefühle zu achten. Was einige als „Ringel Pietz mit anfassen“ nennen, hat durchaus einen Therapeutisch nicht zu unterschätzenden Effekt. Klar ist es vielleicht auf den ersten Blick etwas befremdlich wirkend, es hilft aber wenn man es schafft sich darauf einzulassen.

Die Kreativ Gruppe (Ergotherapie)

Wie eigentlich jede Klinik bietet auch die Schönklinik Eilbek Ergotherapie an. Diese wird in Eilbek auch Kreativgruppe genannt. Es gibt 2 Gruppen an unterschiedlichen Tagen, das hat den Grund dass es sonst viel zu viele Patienten wären. In der Kreativgruppe kann man malen, mit Specksteinen basteln oder einfach nur so Basteln. Für die weniger kreativen besteht immer noch die Möglichkeit Mandalas auszumalen. So ist für jeden Was dabei. Die Therapeutin ist auch sehr nett. Also man kann sich da wirklich sehr wohl fühlen und braucht auch keine Hemmungen zu haben.

Durch das Malen kann man prima seine inneren Gefühle die man vielleicht auch teilweise unterdrückt hat in Form von Kunst zum Ausdruck bringen, und sich so einen Gefühlen, Problemen oder was einen sonst so Bedrückt stellen. Also ich finde es gut das in der Psychiatrie der Schönklinik Eilbek eine Kreativgruppe im Therapieprogramm angeboten wird.

Die Arztgespräche

Wenn man ein Arztgespräch braucht meldet man es am besten in der Morgenrunde an. Dann wartet man im Flur vor den Büro seines zuständigen Arztes oder seiner zuständigen Ärztin bis man an die Reihe kommt. Die Ärzte in der Schönklinik Eilbek sind sehr nett und verstehen einen. Zumindest habe ich das Gefühl das sie mich verstehen. Die Schönklinik Eilbek hat bei mir deswegen auch Grundvertrauen was sehr schwer ist. Ich erwähne es hier weil ich selbst wirklich absolut überzeugt bin von dieser Klinik.

Hockerfit

Beim sogenannten Hockerfit handelt es sich um Gymnastik oder Sport auf Stühlen. Hockerfit ist besonders für ältere Mitpatienten gedacht und für Mitpatienten die nicht so Mobil auf ihren (beiden) beinen sind. So erlaubt es Hockerfit solchen Menschen sich auch sportlich zu betätigen. Ich selbst habe damit aber keine Erfahrungen, ich denke auch nicht dass ich bei Hockerfit mitmachen werde, also beruht das hier leider doch auf höheren Sagen. (Ich habe die Pfleger gefragt.)

Dass Essen

Das Essen hier in Eilbek ist meistens zumindest sehr gut, man hat immer eine Auswahl zwischen mit Fleisch und Vegetarisch. Was durchaus sehr gut ist, zumal ich auch nicht alles mag. So ist es schön dass man immer was zu essen bekommt. Gibt zwar nicht wie im UKE jeden Tag Nudeln aber, das Essen schmeckt recht gut.

Die Mitpatieninnen und Mitpatienten

Die Mitpatientinnen und Mitpatienten meiner Station (2D) sind sehr nett, ich habe festgestellt dass ich mit den Leuten von der Station 2E besser klar komme, einfach weil wir ähnliche Krankheitsbilder (Borderline) haben. Auf jeden Fall sind die Leute hier in Eilbek sehr nett. Hier gibt es auf allen Stationen gemischte Altersgruppen von Jung bis Alt. Das sorgt trotz einiger unausweichlicher Reibungspunkte (weil jeder hier seine Probleme hat, und weil jeder auch anders ist.) aber bringt auch trotzdem Ruhe ein. Besonders die älteren Mitpatienten wirken auf uns junge Leute sehr Beruhigend ein. Viele kommen auch von außerhalb (also nicht nur aus Hamburg sondern aus den ganzen Land) so das hier wirklich sehr viele Menschen mit eigenen Subkulturen zusammen treffen. Das ist auch einer der wichtigsten Gründe warum ich die Schönklinik Eilbek nur empfehlen kann.

Chillen auf der Wise oder bei der Tischtennisplatte

Manchmal chillen die Mitpatienten von der Station 2E draußen auf der Wiese vor den Haus-2 oder bei der Tischtennisplatte und hören Goa Musik oder Minimal Musik. Auf jeden Fall endstehen so neue Freundschaften und es macht einfach Spaß zusammen Zigaretten zu rauchen, Caffe zu trinken und einfach ab zu hängen, und seine Probleme zu vergessen. Es entsteht so ein tolles Gefühl der Gemeinschaft und, das tolle Gefühl einfach nur irgendwo dazu zu gehren. Das ist sehr wichtig für eine schnelle Genesung, von seinen psychischen Leiden. Auf jeden Fall ist es schön mit seinen neuen Freundin, Freundinnen und bekannten den Abend zu genießen und einfach entspannt ausklingen zu lassen.

Die Geheime Stationsregel der 2D: Nur ein Energydrink Pro Tag

Mein Kumpel und ich wurden heute von einem Pfleger ermahnt weil wir zu viele Dosen Energydrinks getrunken haben. Danach gab es ein Gespräch mit der diensthabenden Ärztin. Diese Einschränkungen betreffend den Konsum von Energydrinks standen jedoch zum besagten Zeitpunkt nicht in der Stationsordnung und auch nicht in der Hausordnung. Des Weiteren werden die Energydrinks hier in der Cafeteria frei verkauft. Ich habe es hier aufgeschrieben weil es durchaus Wissenswert ist damit ihr nicht auch in dieses Fettnäpfchen tretet.

Die Selbsthilfegruppen

In der Schönklinik Eilbek gibt es mehrere Selbsthilfegruppen, zu denen können die Patienten und Patientinnen auch nach ihrer Entlassung noch hingehen. Selbsthilfegruppen haben immer Vorrang vor der Abendrunde oder sonstigen Klinik internen Terminen. Neben den Ananymen Alkoholikern die ja ein Klassiker sind den jeder kennt, gibt es auch noch On the Border. Diese Gruppe (in die ich auch gehe) befasst sich mit Borderline. Und auch nicht zu vergessen ist die ELAS Selbsthilfegruppe, diese ist für alle Suchterkrankungen.

On the Border

On the Border ist eine Selbsthilfegruppe für Menschen die an der Borderline Persönlichkeitsstörung leiden. Der Ablauf in der Gruppe (wie denke ich mal in den anderen auch) ist folgender: Zuerst stellen wir uns alle mit Vornamen vor, sagen wie es und geht und wie hoch unsere Anspannung ist (wer will!) und ob man ein Thema hat. Dann werden die Themen in der Gruppe der Reihe nach besprochen. Jeder kann dazu was sagen oder auch einfach nur zuhören. Dann gibt es eine Pause. In der kann man Rauchen oder Privatgespräche führen. Dann geht es weiter. Am Ende gibt es eine Abschlussrunde! Dort sagt man dann ob ein die Gruppe geholfen hat und (oder?) paar letzte Worte. Die Wichtigste Regel lautet Alles was in der Gruppe besprochen wird, bleibt auch in der Gruppe!. Die Einzige Ausnahme sind vielleicht Pfleger und Ärzte, dass dient dann aber natürlich dann auch der Behandlung, mit anderen Mitpatienten sollte man aber nicht drüber sprechen. Ausnahme natürlich auch hier, die die auch in der Gruppe dabei waren. Dann würde es ja die Gruppe nicht verlassen. Aber das dann bitte auch unter vier Augen und nicht vor Außenstehenden. Innerhalb der Gruppen werden sehr intime und auch persönliche Dinge besprochen, der Selbsthilfegruppe schenkt man sehr viel Vertrauen, und das teilweise auch in Vorschuss so dass man da nicht enttäuscht werden will.

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